Sonntag, 8. November 2009

Alltag unplugged

Wir alle kennen sicherlich das Gefühl: Lange Tage mit vielen Verpflichtungen, egal ob beruflich, privat oder die Herausforderung beides unter einen Hut zu bekommen. Tatsächlich ist in den letzten zwanzig Jahren der Alltag vieler Menschen komplexer und schneller geworden. Wir wollen mehr und sind bereit, dafür auch viel zu leisten. Wir haben durch den Fortschritt der Technik die Vorteile von Vernetzung und Mobilität, aber eben auch deren Nachteile.

Vielleicht vergessen wir dabei manchmal, dass wir menschliche Wesen sind. Und als solche sind wir bestimmten körperlichen und energetischen Grenzen ausgesetzt. Stress und Überbelastung führen oftmals zu den sogenannten Zivilisationskrankheiten, wie Kreislauferkrankungen oder Allergien.

Der menschliche Körper ist keine konstante Leistungsmaschine, sondern durchläuft im Laufe eines Tages verschiedene Stufen der Leistungsfähigkeit. Diese Stufen sind vom Umfeld und der Belastung abhängig, sind jedoch auch beeinflussbar durch Ernährung, Bewegung und regelmäßige Regeneration. Ausreichend Schlaf ist dabei ein wichtiger Faktor.

Im Tagesablauf gehören Hoch- und Tiefphasen zur Regel. Jeder kennt diese Schwankungen, aber nicht jeder Beruf oder jeder Tagesablauf erlaubt einem, diese Schwankungen zuzulassen. Aus yogischer Sicht gilt es als ratsam, diese Phasen zu respektieren und somit den natürlichen Tagesrhythmus zu wahren zu unterstützen. In einigen Yogaformen wird konkret eine oder sogar zwei Entspannungsphasen vorgeschlagen, die über den Tag verteilt werden. Diese Phasen dauern 10 bis 20 Minuten, eine Zeit in der man sich aus dem Alltag herauszieht, alle äußeren Reize einstellt und in einer Ruheposition nichts tut und entspannt. Also den Stecker ziehen und einfach mal loslassen. Alltag unplugged.

Meine Erfahrungen mit diesen Entspannungsphasen haben gezeigt, dass schon ein paar kurze Minuten der Ruhe, erfrischend wirken und dass im Anschluss der restliche Tag viel entspannter und ausgeglichener verläuft.

Praktische Aufgabe:
Schaffe Dir eine ruhige Atmosphäre in der Du nicht von Telefonen, Kollegen oder Besuchern gestört wirst. Lege Dich mit dem Rücken auf eine Unterlage, wie eine Decke, einen Teppich oder ähnliches. Schließe die Augen und halte den Körper in einer entspannten Position. Stelle alle Körperbewegungen ein und atme tiefe und lange Atemzüge in den Bauch. Nach Möglichkeit auch alle Gedanken an die Arbeit oder an Probleme beiseite schieben.

Während dieser Zeit soll nicht geschlafen werden, es ist aber auch kein Wachzustand; es ist ein Zwischenzustand, der Dich relativ schnell in einen Regenerationszustand bringt.

Nach gefühlten 10 bis 20 Minuten langsam den Körper wieder bewegen, erst die Finger und Zehen, dann Hände und Füße, dann Arme und Beine und sich wie morgens nach dem Aufwachen strecken und räkeln. Dann die Augen öffnen und noch einen kleinen Moment innehalten, bevor Du Dich wieder dem Alltag widmest.

Hinweis: Die praktischen Übungen auf diesem Blog sind immer auf eigene Verantwortung auszuüben und ersetzen keine Anleitung durch persönliche Betreuung im Yoga-Unterricht. Die Übungen sind immer in einem aufgewärmten und für Körperübungen geeigneten Zustand auszuführen. Bei körperlichen Beschwerden (z.B. Krankheiten) oder bestimmten individuellen Voraussetzungen (z.B. momentane oder dauerhafte körperliche Einschränkungen) ist vor einer Übungs-Ausführung mit einem Arzt die Übung abzuklären. Abdul Helal übernimmt keinerlei Verantwortung für die Ausführung der Übung und deren physischen oder psychischen Folgen; die Verantwortung liegt ausdrücklich beim Übenden.

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